Informationen zum EU-Führerschein in aller Kürze

Seit 1999 ist auch in Deutschland ein für alle europäischen Mitgliedsstaaten einheitlicher Führerschein zu erhalten, den auch alle angehörigen Länder unbefristet anerkennen müssen. Doch welche wirklichen Neuerungen enthält dieser so genannte EU-Führerschein?
Bereits 1980 beschloss der Ministerrat der Europäischen Gemeinschaft die ersten Richtlinien für ein einheitliches europäisches Fahrerlaubnisrecht (EU-Führerschein), die 1991 noch weiter ergänzt wurden. Da diese Richtlinien nicht unmittelbar geltend sind, sondern erst in das nationale Recht eingefügt werden müssen, änderte die Bundesrepublik Deutschland unter anderem das Führerscheinrecht, das schließlich am 1. Januar 1999 in Kraft trat.
Vorab ist zu erwähnen, dass die alten Führerscheine aufgrund der Besitzstandsschutzregelungen ihre Gültigkeit weiterhin beibehalten und nicht in einen neuen, der im Scheckkartenformat ausgegeben wird, umgetauscht werden müssen. Der Umtausch ist auf freiwilliger Basis möglich und eignet sich besonders für Reisende ins Ausland, da es dort möglicherweise mit einem alten zu Problemen kommen kann.
Neben dem Führerscheinformat wurden auch die bis zu dem Zeitpunkt existierenden Fahrerlaubnisklassen 1 bis 5 durch neun internationale Fahrerlaubnisklassen mit verschiedenen Unterklassen ersetzt. Die Einteilung sieht wie folgt aus: Klasse A gilt für Krafträder mit oder ohne Beiwagen, in den Klassen B, C und D werden Kraftfahrzeuge je nach ihrem Gewicht unterschieden und die Klasse M bezeichnet zweirädrige Kleinkrafträder und Fahrräder mit Hilfsmotoren mit bestimmten festgelegten Normen. Weiter Klassen sind S, für dreirädrige Kleinkrafträder und vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugen und T und L, unter denen die Zugmaschinen mit bestimmten Bauarten zu verstehen sind.
Eine weitere Veränderung ist das neue Punktesystem, welches nicht nur zur Feststellung von Defiziten, sondern auch zur Behebung derer dienen soll. Somit hat der Fahrer die Möglichkeit, bis zu einer bestimmten erreichten Anzahl, Punkte abzubauen. Erst bei dem Erreichen von 18 Punkten erfolgt dann eine Entziehung der Fahrerlaubnis.
Aus den alten Regelungen übernommen wurden hingegen die Beibehaltung der medizinisch-psychologische-Untersuchung zur Beurteilung der Fahreignung und die Fahrerlaubnis auf Probe (Ein EU-Führerschein ohne MPU kann z.B. in Polen beantragt werden).