Die Heirat als soziale Absicherung

Die Heirat war früher eine Selbstverständlichkeit, insbesondere im Hinblick darauf, dass man durch eine Heirat – jedenfalls aus der Sicht der Frau gesehen – sozial abgesichert war. Frauen standen früher nämlich vornehmlich hinter dem Herd. Geändert hat sich das bei uns in Deutschland eigentlich erst in den 1960er Jahren bzw. 1970er Jahren. Aber auch zu diesen Zeiten wurde die Heirat durchaus noch als soziale Absicherung gesehen. Der Grund lag – und liegt zum Teil auch heute noch – darin, dass der Mann einfach in seinem Beruf mehr verdient. Es ist statisch gesehen nämlich eine Tatsache, dass eine Frau mit gleicher Bildung und im gleichen Beruf heute immer noch weniger verdient, als ein Mann. Die Heirat ist aber nicht nur im Falle des Zusammenlebens eine Garantie, sondern auch für den Fall einer Scheidung und im Falle des Todes des Ehepartners. Im Bezug auf die Stellung von Verheirateten und Zusammenlebenden hat sich in Deutschland in den letzten Jahren zwar sehr viel getan, doch sind noch nicht alle Bereiche abgedeckt. So haben unverheiratete Paare zum Beispiel nicht die Möglichkeit in eine Steuerklasse zu wechseln, die ausschließlich Verheirateten vorbehalten ist. Steuerlich veranlagt werden Unverheiratete, auch wenn sie gemeinsame Kinder haben, grundsätzlich als Single, und zwar in der Steuerklasse 1.