Das Girokonto – wie alles begann

… oder von der Lohntüte zur Kreditkarte.

Heute ist das Girokonto im Bezug auf die Abwicklungen von Zahlungen nicht mehr wegzudenken. Über ein Girokonto können Überweisungen auf andere Girokonten getätigt werden, sowie für einen selbst bestimmte Zahlungen empfangen werden. Diese werden vom Betrag her dem Girokonto gutgeschrieben – die Überweisungen auf andere Girokonten vom Betrag her dem Girokonto belastet.

Zu welchem Zeitpunkt die Girokonten entstanden sind, kann leider nicht eindeutig belegt werden. Das heute auch noch in islamischen Ländern bekannte Hawala Finanzsystem – arbeitet ebenfalls mit Konten wurde erstmals im Jahr 1327 urkundlich erwähnt. Verrechnungen von Forderungen und Verbindlichkeiten in schriftlicher Form dokumentiert, kennt man jedoch auch schon aus früheren Jahrhunderten. Die Vorläufer des heutigen Girokontos ist vermutlich im Spätmittelalter in Italien zu finden. Eine kontenmäßige Verrechnung existierte hier unter Kaufleuten.

Bevor es jedoch das Girokonto in der heutigen Form gab, wurden die Arbeiter bar bezahlt. Ihren Lohn erhielten sie in der so genannten Lohntüte. Sämtliche Ausgaben, die man hatte, wurden mittels Bargeld bestritten. Die PTT der Schweiz bot im Jahr 1906 erstmals ein Konto unter der Bezeichnung Postscheckdienst an. Aber noch in den 1950er Jahren gab es die sprichwörtliche „Lohntüte“. Erst in den 1960er Jahren wurde die ersten Girokonten auch wirklich dazu genutzt, um auf diese die Auszahlung der Gehälter und Löhne zu empfangen, und zwar bargeldlos, wobei man dann auch Miete und sämtliche anderen Kosten nach und nach bargeldlos beglich. Die Kreditkarte, die letztlich auch über ein Girokonto abgerechnet wird, ist heute das Zahlungsmittel schlechthin und wird es wohl auch in Zukunft bleiben.