Naturtextilien aus Wolle

Nicht nur die klassische Baumwolle gehört zu den Naturfasern, sondern auch die Wolle, denn auch diese ist ein reines Naturprodukt. Kaum einer kann sich vorstellen, dass der Grundbaustein der Wolle Eiweiß ist. Wolle wird neben der Bekleidungsindustrie auch für die Herstellung von Teppichen benutzt. Wolle, die vom lebendigen Schaf entnommen wird, nennt man Schurwolle. Diese Schur wird ein- bis zweimal im Jahr vorgenommen. Eine der besten Wollqualitäten überhaupt erhalten wir von den neuseeländischen Schafen. Diese ist nicht nur sehr strapazierfähig, sondern auch schmutzabweisend und überaus elastisch. Die Wolle aus Neuseeland wird als weißeste und reinste Wolle überhaupt bezeichnet. Eine weitere, sehr edle und somit auch sehr teure Wollart ist die Kashmirwolle. Diese wird aus dem Unterfell der Kashmirziege gewonnen und zählt zu den wertvollsten und teuersten Naturtextilien. Da reines Kaschmir kaum erschwinglich ist, wird es sehr oft in einer Mischung mit Merino- oder Schafwolle angeboten. China, die Mongolei und das mittelasiatische Hochland gelten als die wichtigsten Erzeuger Kashmirs. Dort hat sich die Fertigungsindustrie überwiegend auf die Produktion hochwertiger Naturtextilien wie Mützen und Schals spezialisiert. Dass die so genannte „Pashmina-Wolle“ wertvoller als Kashmir ist, ist ein Trugschluss, denn in Wirklichkeit werden Produkte, die den Namen „Pashmina“ tragen auf ganz traditionelle Weise aus Kashmir hergestellt. Kashmir hat einen sehr guten Wärmeffekt, ist sehr leicht, glänzt edel und ist darüber hinaus auch sehr hautverträglich. Wenn es mit anderen Wollarten gemischt wird, verändern sich die Eigenschaften kaum. Es wird nur etwas strapazierfähiger und preisgünstiger, denn für einen einzigen Pullover benötigt man die Jahreswollerträge von vier Kashmirziegen. Dies erklärt auch, weshalb reines Kashmir an sich so teuer ist.