KOZA & ZIMMERMANN GmbH & Co. KG Architekten in Koblenz

Eine Ingenieurwissenschaft, die sich mit der Konzeption, Planung, Entwurf, Konstruktion, Berechnung, Herstellung und dem Betrieb von Bauwerken des Tief-, Wasser-, Verkehrs-, und Hochbaus auseinandersetzt, ist das Bauingenieurwesen. In diesem Verhältnis werden ebenfalls Fragen des technischen Umweltschutzes besprochen, zum Beispiel Lärmschutz, Gewässer- und Bodenschutz ebenso wie zugehörige Schadstoffuntersuchungen.

Die Berufsbenennung ist Ingenieur bzw. Bauingenieur. Das Studium des Bauingenieurwesens an Universitäten und Fachhochschulen schließt mit einer akademischen Graduierung ab. Der bisherige Grad dazu lautete „Diplom-Ingenieur“, abgekürzt: „Dipl.-Ing.“. Vom Bachelor- und Mastergrad in Ingenieurwissenschaften wird er seit der Änderung des Studiensystems abgelöst.

Im Wort Bauingenieurwesen steckt der Begriff Ingenieur im Bauwesen. Schon seit dem frühen Mittelalter ist die Ingenieurbezeichnung in diesem Kontext geläufig. Es bedeutet produktiver Geist, Verstand, geistreicher Mensch und leitet sich von dem lateinischen Wort ingenium ab.

Das Bauingenieurwesen untergliedert sich in eine Menge verschiedenartiger Sparten, die den technischen Teilbereich des vollständigen Bauwesens ausmachen:

Bauleitung und Baubetrieb

Bauinformatik

Baustoffkunde, Baustoffprüfung, Bauchemie, Bauphysik

Geotechnik (Bergbau, Felsbau und Tunnelbau, Felsmechanik, Bodenmechanik, Erd- und Grundbau)

Konstruktiver Ingenieurbau (Grundbau, Brückenbau, Membranbau, Glasbau, Hochbau, Holzbau, Massivbau, Stahlbau, Baudynamik, Baustatik)

Verkehrswegebau (in Teilen auch Städtebau, Eisenbahnbau, Verkehrsplanung, Straßen- und Wegebau)

Wasser und Umwelt (Hydrologie, Verkehrswasserbau, Stauanlagenbau, Stahlwasserbau, Hydromechanik, Energiewasserbau, Küsteningenieurwesen, Wasserbau, Abfallwirtschaft, Siedlungswasserwirtschaft, Wasserwirtschaft)

Den Themenkreisen Rekonstruktion und Bauwerkspflege kommt infolge des hohen Bauwerksbestandes eine steigende Gewicht zu.

In all diesen Segmenten sind Bauingenieure maßgebend tätig und übernehmen da u. a. die Planung, die Berechnung und die Bemessung von Anlagen und Bauwerken. Je nach Art und Zweck des Bauwerks ist in diesem Fall die Einbindung unterschiedlich stark augenfällig.

Hervorzuheben sind unter den Fachgebieten des Bauingenieurwesens:

Hochbau Der Sammelbegriff Hochbau steht für Baukonstruktionen, die vornehmlich über der Erde errichtet werden. Zuständig für die statische Berechnung und Bemessung von Tragwerken aller Art im Segment des konstruktiven Ingenieurbaus im Hochbau ist der Bauingenieur. Je nach verwendetem Baustoff ist hierbei zwischen Massivbau, Stahlbau oder Holzbau zu unterscheiden. Sowohl unkomplizierte Geschossbauten (wie beispielsweise Wohn- oder Bürogebäude) als auch schwierige Bauten (wie z. B. Hallen, Sportanlagen oder Türme) zählen zu diesen Tragwerken.

Ein Tragwerk, bestehend aus Platten und Balken, Stützen und Wänden sowie Geschossdecken, konstruiert der Bauingenieur unter Zuhilfenahme von der Festigkeitslehre und den Gesetzmäßigkeiten der technischen Mechanik. So entsteht in Übereinstimmung mit den geplanten Einwirkungen aus der Gebäudenutzung und den äußeren auftretenden Einwirkungen ein statisch effizientes Tragwerk. Überwiegend werden in diesem Teilbereich nach den Anforderungen der Bauaufgabe gestalterische oder anwendungstechnische Vorgaben von einem Architekten in einem Layout zeichnerisch dargestellt und mit dem Bauingenieur in enger Teamarbeit umgesetzt.

Im Bereich des konstruktiven Ingenieurbaus ist der Brückenbau ein weiteres Betätigungsfeld des Bauingenieurwesens. In diesem Arbeitsgebiet konzipiert und berechnet der Bauingenieur Brückentragwerke für Verkehrswege und Versorgungsleitungen.

Baubetrieb und Bauleitung Die baubetriebliche Unterstützung eines Bauvorhabens ist ein bedeutsamer Sektor des Bauingenieurwesens. In diesem Fall führt der Bauingenieur die Baumaßnahme durch die individuellen Projektphasen und übernimmt die Projektleitung (oder Teile von ihr) . Für die Einhaltung von abgesprochenen Bauzeiten (so genanntes Controlling) sowie für die Koordination einzelner Gewerke und Bauabläufe ist er zuständig. Zu diesem Zweck bedient er sich vieler Instrumente des Projektmanagement und übernimmt die Ablaufplanung und -steuerung.

Bauingenieure übernehmen bei anspruchsvollen Bauaufgaben, bei der eine Vielzahl von Bauverfahren zur Anwendung kommen und Bauabläufe streng geordnet sind (zum Beispiel Taktplanung), die Bauleitung.

Zu diesem Bereich zählt neben der Bauleitung auch die Bauabrechnung und Ausschreibungsbearbeitung. Der Bauingenieur verfasst Angebote für Baumaßnahmen oder stellt Ausschreibungsunterlagen zusammen. Dabei berechnet er Baupreise und entwirft die Bauvorbereitung, Baustellenausstattung und Baudurchführung. Er ist für die Nachtragsverwaltung zuständig und bearbeitet im Verlauf der Bauarbeiten die Abrechnung. Nach Abschluss der Baumaßnahme verantwortet er die Kostenfeststellung.

Tiefbau Ein weiteres Segment des Bauingenieurwesens ist der Tiefbau. Alle Bauaufgaben, die im Untergrund oder mit dem Erdboden zu tun haben, werden dort ausgearbeitet. Der Erdbau, für dessen Umsetzung Kenntnisse im Segment der Wasserhaltung und der Bodenmechanik obligatorisch sind, zählt dabei Zu den Kernaufgaben. Eine wesentliche Rolle zusätzlich zu dem Erdbau spielt auch der Grundbau, da vom Bauingenieur in diesem Fall Gründungen für Hochbauten erstellt werden und die Erstellung dieser Gründungen mit Hilfe der Baugrubensicherung möglich gemacht wird.

Zum Segment des Tiefbaus gehört darüber hinaus der Einbau und die Wartung aller erdverlegten Ver- und Entsorgungsleitungen. Gräben müssen in diesem Fall angelegt und geschützt werden und nach den Leitungsarbeiten wieder zusammendrückt und nach Vorschrift verfüllt werden. Geeignete Bauverfahren wählt der Bauingenieur dafür aus und verhindert so Setzungsschäden an benachbarten Gebäuden und Anlagen.

Tätig wird der Bauingenieur auch im Tunnel- und Stollenbau. Da kümmert er sich um die Erstellung aller beteiligten Bauwerke (wie etwa Bahnhöfe) und beschäftigt sich mit dem Vortrieb des Tunnelbauwerks. Den Zusammenbruch des Tunnels und das Eindringen von Wasser verhindern erdstatische Berechnungen.