Paul Klee und Joan Miró – Zwei Formen der spielerischen Abstraktion

Der deutsch-schweizerische Künstler Paul Klee (1879-1940) und der spanische Maler Joan Miró (1893-1983) stehen für unterschiedliche Strömungen der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die heute unter dem Begriff Klassische Moderne zusammen gefasst werden. Während Klee zunächst mit dem Expressionismus sympathisiert und später aufgrund seiner farbanalytischen Studien, die er im Bauhaus lehrt, dem Konstruktivismus nahe ist, gilt Joan Miró als Surrealist . Seine verschlüsselten Bildwelten, deren Zeichen und Symbole einer Zwischenwelt zwischen Realität und Traum zu entstammen scheinen, spiegeln Mirós Umgang mit seinen Erlebnissen von Welt wieder. Auch Paul Klees Malerei steht in engem Zusammenhang mit der Welt. Doch während Mirós Formensprache eher Resultate seiner Empfindungen sind, will Klee mit seinen analytischen Farbkonstellationen die Welt eher begreifbarer machen. „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, so Paul Klee über seinen malerischen Ansatz. Dennoch ähneln die Bildwelten beider Künstler einander. Denn beide konzipieren ihre Formen- und Symbolgefüge mitunter mit einer spielerischen Leichtigkeit, die den Spaß an der Malerei, die Freunde am Umgang mit Farbe und Form offen legt. Bilder wie „Siae“, „Sindbad, der Seefahrer“, „Rote Brücke“ oder „Fischmagie“ von Paul Klee oder „The Singing Fish“, „Tagesanbruch“, „La Nuit“ oder „Upside-Down-Figures“ von Joan Miró belegen dies anschaulich. (Alle diese Werke sind als Poster erhältlich.) Beide nutzen den Bildträger als freien Raum, den sie durch ihre mal assoziierbaren, mal identifizierbaren und mal verschlüsselten Formen, Zeichen und Figuren beleben. Mit starker Reduktion und Abstraktion, die jedoch nie ohne Bezug zu einer inneren oder äußeren Welt ist, erzeugen beide Künstler phantasievolle Bildwelten, die nicht nur eine Freude für jedermanns Auge sind, sondern Geist und Seele stimulieren.