Behandlung von Prostatavergrößerungen

Wie das Altern eines Menschen nicht aufzuhalten ist, scheint es eine unabänderliche Tatsache zu sein, dass sich bei jedem zweiten Mann über 50 Jahren eine Prostatavergrößerung bildet. Häufiger Harndrang, ein etwas schwächerer Harnstrahl und ‚Nachtröpfeln‘ sind die typischen Anzeichen einer gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Die ersten Anzeichen sollten nicht ignoriert werden. Die Behandlung eines Urologen kann zu einer Besserung der lästigen und unangenehmen Symptome führen. Nierenschäden und Blasensteine können zudem verhindert werden.

Der schmale Grat zwischen gutartig und bösartig

Eine frühzeitige Untersuchung durch Abklopfen und Abtasten der Lenden, Nieren und Blase schafft Klarheit über eine etwaige Prostatavergrößerung. Das Abtasten der Prostata mit dem Finger über den Enddarm  und eine respektive Untersuchung mit Ultraschall sind weitere Untersuchungsoptionen. Ab dem 45. Lebensjahr sollte eine Vorsorgeuntersuchung regelmäßig stattfinden. Der Übergang von einer gutartigen Vergrößerung hin zum Prostatakrebs ist zeitlich nicht auszumachen und verläuft individuell anders.

Behandlungsmöglichkeiten

Im Frühstadium I einer Prostatavergrößerung kommen milde Arzneimittel wie Brennnessel, Arzneikürbis, Sägepalme oder Roggenkolben zum Einsatz. Die Arzneimittel enthalten ‚Phytosterole‘, die durch ihre entzündungshemmenden Eigenschaften zur Abschwellung der Vorsteherdrüse führen.

Wenn die Prostatavergrößerung bereits fortgeschritten ist (Stadium II),  ist eine stärkere medikamentöse Behandlung nötig. Sie kann eine Operation hinauszögern, wenn nicht sogar verhindern.  Die Einnahme des Wirkstoff Finasterid hemmt das Wachstum des Prostatagewebes. Durch die Anwendung von Alpha-Rezeptoren-Blocker wird die Muskelspannung der Prostata und des Blasenhalses gesenkt. Die Harnröhre weitet sich ein wenig.

Prostataoperation – Wenn nichts anders hilft

Wenn der ärztliche Nachweis erbracht ist, dass durch medikamentöse Behandlungen Beschwerden und Harndrang nicht behoben werden konnten, ist eine Operation unumgänglich sein. Dabei wird der Drüsenanteil der Prostata mittels einer elektrischen Schlinge um die Harnröhre herum ausgeschabt. Alternativ hierzu wird die Energie von Mikrowellen genutzt, um überschüssiges Prostatagewebe zu zerstören. Das gleiche gilt bei der Lasertherapie und der bei der hochintensiven Ultraschall-Technik. Eine Prostatavergrößerung sollte immer von einem Facharzt in Augenschein genommen werden. Wird sie frühzeitig erkannt, ist die sogar behandelbar.