Darmreinigung – ein Einlauf ist schonungsvoll

Eine Darmreinigung wird heutzutage immer noch von vielen als drastische Lösung bei schweren Problemen mit dem Darm angesehen. Die Vorstellung, sich einem Einlauf zu unterziehen, weckt häufig überflüssige Ängste, die sich, wenn’s dann mal vorbei ist, als vollkommen unbegründet erweisen. Dies zeigen zumindest Umfragen an Patienten, die den Vorgang im Nachhinein manchmal als regelrechte Wohltat bezeichnen. Trotzdem verschreiben viele Ärzte eine Darmreinigung immer noch in seltenen Fällen und ziehen der schon Jahrhunderten erwiesenen Methode orale Abführmittel vor.

Diese bestehen meist aus pflanzlichen Wirkstoffen, sogenannten Anthrachinonen. Anthrachinone können als Tee, Granulat oder Tabletten eingenommen werden. Es gibt auch zuckerähnliche Stoffe (z. B. Milchzucker, Sorbitol oder Lactulose), welche im Dünndarm nur teilweise ins Blut aufgenommen werden und im Dickdarm ähnlich (jedoch etwas weniger stark) wirken, wie Anthrachinone. Bei den Anthrachinonen ist die wichtigste Nebenwirkung die Gewöhnung. Werden sie zu hoch dosiert, können Krämpfe und Durchfall auftreten.

Solche Probleme bleiben bei einem richtig durchgeführten Einlauf erspart. Durch die in den Enddarm eingeführte Flüssigkeit blähen die darin enthaltenen Substanzen auf natürliche Weise auf und üben einen Druck auf die Darmwand aus. Gleichzeitig wird das Organ gründlich durchgespült, was den Körper von Dreck und Schlacken befreit. Durch einen automatischen Reflexmechanismus ziehen sich die Darmmuskeln zusammen und entleeren den Darm. Eine so durchgeführte Darmreinigung verbessert nicht nur Funktionsfähigkeit des Verdauungstraktes, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden. Ein Einlauf dient aber vor allem auch dazu, um bei einer hartnäckigen Obstipation (Verstopfung) einen Durchbruch zu erzielen.

Grundsätzlich bedarf jede neu aufgetretene Verstopfung, insbesondere nach dem 45. Lebensjahr, einer ärztlichen Untersuchung. Eine individuelle Abklärung vor einer eventuellen Therapie ist ganz wichtig. Dazu gehört eine mikrobiologische Stuhlanalyse, ein eingehendes Gespräch und eine körperliche Untersuchung Von abnorm seltenem Stuhlgang sprechen Mediziner aber erst, wenn pro Woche weniger als drei Stuhlentleerungen stattfinden. Dann ist eine mit einem Einlauf durchgeführte Darmreinigung fast immer deutlich besser, als die Behandlung mit Pharmazeutika.

Kathrin Grieder, info(at)orgawell.ch