Hemden in Scheinform

Sobald irgendwelche Feierlichkeiten anliegen, geht meistens das Problem los: was schenkt man denn? Selten werden wirklich brauchbare Wünsche geäußert und Geschenktische gibt es eigentlich nur bei großen Hochzeiten. Total übel wird es, wenn sich platt G E L D gewünscht wird. Na, prima… einen Schein in einen weißen Umschlag und gut.

Der beschenkte freut sich sicher, aber als Schenker kommt man sich mit diesem Kuvert doch echt ziemlich dämlich vor. „Ähm, ja hier das Geschenk… ist ja irgendwie klar, was drin ist.“ Viel platter, rein vom optischen her gesehen geht es wohl erst gar nicht. Da hilft auch kein farbiger Umschlag oder die Tatsache, dass man das Scheinchen in einem möglichst großen Karton versenkt hat. Auch die tollsten Einpackkünste sind da absolut umsonst, denn der Beschenkte kann mit den übernatürlichen Paketgrößen oft nur mit Irritation reagieren.

Irgendwie war doch der Geschenkwunsch klar, nämlich Geld. Wieso dann jetzt dieser Karton? Kann ja nur irgendein sinnloses Geschenk sein: Krawatte, Hemden oder so was.

Noch bevor das Geschenk ausgepackt ist, ist man als Gast schon vorab unten durch. Und das

obwohl doch das richtige verpackt wurde. Wie man es macht, ist es eben nicht richtig.

Aber was tun? Es soll also offensichtlich sein, dass man verstanden hat, was sich der Gastgeber wünscht und dennoch soll das Geld-Geschenk schon nett aufgemacht sein, damit man als Schenker auch ein gewisses Geschenk-Gefühl entwickeln kann.

Total gut geeignet sind da diverse Falttechniken, die man mit den Geldscheinen ausführen kann. Origami lässt grüßen. Da kann man Tiere falten, Hemden, Autos, Pflanzen und noch so allerhand andere Dinge. Auf diese Weise hat man auf originelle Art ein irgendwie logisch erwartetes Geschenk nett überbracht.