Nachtwäsche historisch gesehen

Historisch gesehen war es lange üblich unbekleidet zu schlafen. Erst im 16. Jahrhundert entwickelte sich dann langsam eine Form der speziellen Nachtbekleidung. Diese bestand zunächst in einem knielangen, weitem Nachthemd, das sowohl von Frauen als auch von Männern getragen wurde. Hauptkriterien der Nachtwäsche waren lange der bequeme Schnitt, der die Bewegungsfreiheit nicht einschränken sollte und das Wärmen des Schlafenden. Die bevorzugten Materialien für Nachtwäsche waren daher auch zunächst Leinen beziehungsweise Baumwolle. Erst im 19. und 20. Jahrhundert kamen dann neuartige Formen der Nachtwäsche in Mode. Das Nachthemd wurde zunehmend vom zunächst einteiligen Schlafanzug abgelöst, der auch heute noch in Form des zweiteiligen Pyjamas gerne getragen wird und die wichtigsten Kriterien des Wärmens und der Bewegungsfreiheit erfüllt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts trat dann zunehmend der Aspekt der Sinnlichkeit, beziehungsweise der Ästhetik hinzu. Repräsentiert wurde dieses neue Bedürfnis in der Mitte des 20. Jahrhunderts durch den Siegeszug des Babydolls, eines nur knielangen Nachtgewandes für Frauen, das zudem aus leichteren Materialien wie Seide, Chiffon oder Tüll gefertigt war. Der Aspekt des „Wärmens“ trat somit hinter den Aspekt der Ästhetik zurück.
Heute gibt es zahlreiche Arten der Nachtbekleidung, die auf verschiedene Bedürfnisse ausgerichtet sind. Während die Nachtwäsche für Frauen entweder bequem und warm ist, wie etwa zweiteilige Pyjamas oder Nachthemden oder aber den Aspekt der Sinnlichkeit betonen sollen, wie etwa verführerische , meist zweiteilige Nachtwäsche wie Negligés, Reizwäsche oder Corsagen hat sich das Bedürfnis spezieller Nachtwäsche für Männer zurückentwickelt. Diese schlafen zumeist in Unterwäsche und einem bequemen T-Shirt, ohne dass es spezielle Männernachtwäsche gäbe.