Fahren ohne Führerschein

Immer wieder gibt es Menschen, die ohne Führerschein Auto fahren. Wenn sie dabei erwischt werden, haben sie sich des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, strafbar gemäß § 21 StVG (Straßenverkehrsgesetz), schuldig gemacht. Spätestens dann sollten sie einen Anwalt für Verkehrsrecht beauftragen, denn § 21 StVG sieht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor. Die Höhe der zu erwartenden Strafe richtet sich danach, wie viele Fahrten ohne Fahrerlaubnis der Person nachgewiesen werden können und über welchen Zeitraum diese erfolgten. Ein weiterer Faktor ist beispielsweise die Frage, ob die Person einschlägig vorbestraft ist. Sollte es sich um einen sogenannten Ersttäter handeln und lediglich diese eine Fahrt nachgewiesen werden können, kann man davon ausgehen, dass er mit einer Geldstrafe, welche sich im unteren Bereich bewegt, zu rechnen hat. Daneben wird eine Sperre für die Erteilung der Fahrerlaubnis angeordnet werden. Eine Freiheitsstrafe wäre in diesem Fall eher ungewöhnlich. Falls der Täter zur polizeilichen Beschuldigtenvernehmung vorgeladen wird, empfiehlt es sich, einen im Verkehrsrecht tätigen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen zu beauftragen und über diesen zunächst Akteneinsicht in die Ermittlungsakte zu nehmen. Erst im Anschluss hieran sollten Angaben zur Sache gemacht werden. Oft stellt sich auch die Frage, ob man selbst bestimmen kann, wann der Führerschein abgegeben werden muss. Es gibt das sog. Ersttäterprivileg. § 25 Abs. 2a StVG besagt dazu: Ist in den zwei Jahren vor der Ordnungswidrigkeit ein Fahrverbot gegen den Betroffenen nicht verhängt worden und wird auch bis zur Bußgeldentscheidung ein Fahrverbot nicht verhängt, so bestimmt die Verwaltungsbehörde oder das Gericht abweichend von Absatz 2 Satz 1, dass das Fahrverbot erst wirksam wird, wenn der Führerschein nach Rechtskraft der Bußgeldentscheidung in amtliche Verwahrung gelangt, spätestens jedoch mit Ablauf von vier Monaten seit Eintritt der Rechtskraft. Werden gegen den Betroffenen weitere Fahrverbote rechtskräftig verhängt, so sind die Fahrverbotsfristen nacheinander in der Reihenfolge der Rechtskraft der Bußgeldentscheidungen zu berechnen. Wenn die Voraussetzungen zutreffen, haben Sie einen Spielraum von vier Monaten nach Rechtskraft der Bußgeldentscheidung, in dem Sie den Zeitraum des Fahrverbotes beeinflussen können. Auch diesbezüglich sollten Sie Ihren Fachanwalt für Verkehrsrecht konsultieren.