Ein gutes Aerodynamikpaket führt zum passenden cW-Wert

Unter Aerodynamik kann sich jeder etwas vorstellen. Manche kennen noch die dazu gehörende Messgröße, den cW-Wert. Aber wüssten diese auch, ob das aerodynamisch günstige Auto einen niedrigeren oder höheren cW-Wert hat? Und wie fällt der Vergleich zwischen einem heutigen Formel-1-Auto und einem Fahrzeugmodell Modell von 1908 aus? Unsicher? Dann gibt der nachfolgende Artikel Auskunft.

Fahrzeug-Aerodynamik – eine hundertjährige Geschichte

Kaum rollten die ersten Fahrzeuge, da machte man sich Gedanken um den Luftwiderstand. Der Erste war Graf Marco Ricotti. Für einen Alfa Romeo orientierte er sich 1914 an der Form der damaligen Luftschiffe. Ein Techniker namens Edmund Rumpler experimentierte später mit Fahrzeugen in Tropfenform: Sie galt als die aerodynamisch günstigste Form. Sie halbierte den Luftwiderstand im Vergleich zu anderen zeitüblichen Fahrzeugformen. Das treibende Motiv war bei der zunehmenden Bedeutung des Automobilrennsports die Erhöhung der möglichen Geschwindigkeit. Schaut man sich die Straßenlimousinen bis Anfang der 1970er Jahre an, überwog hier noch die Gestaltung nach markentechnischen Überlegungen und dem Wiedererkennungswert. Die dann beginnende Ölkrise brachte für bessere Fahrzeug-Aerodynamik neue Motivation: Der Verbrauch von Treibstoff sollte gesenkt werden, die Jagd nach dem besten cW-Wert begann.

Was es mit dem cW-Wert auf sich hat

Zunächst ist dieser lediglich ein Anhaltspunkt. Hierbei steht das c für eine Konstante und W für Widerstand. Der cW-Wert ist eine dimensionslose Zahl. Je geringer der Wert ist, umso geringer ist der Luftwiderstand. So können Vergleiche zwischen verschiedenen Fahrzeugen gemacht werden. Doch der tatsächliche Strömungswiderstand ist komplexer: Zur Ermittlung gehört unter anderem auch die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs. Je schneller die Fahrt, umso höher der Widerstand. Bei Tempo 60 km/h ist der bremsende Effekt des Luftwiderstands so groß wie die Rollreibung der Reifen auf der Straße. Bei Höchstgeschwindigkeiten wird 90 Prozent an Treibstoff verbraucht, um den Windwiderstand zu überwinden. Die Stirnfläche A hat ebenfalls großen Einfluss: cW-Wert x A ergibt den aussagekräftigen Luftwiderstandsbeiwert. Aktuell erlebt die Verbesserung der Aerodynamik eine neue Renaissance.

Das Aerodynamikpaket vom Fachmann

Für ein im Alltag nutzbares Auto liegt der bestmögliche cW-Wert bei 0,2. Das eingangs erwähnte Modell aus dem Jahre 1908 hatte einen cW-Wert von 0,9. Dennoch liegt dieser niedriger als der eines Formel-1-Autos! Wie das? Bei der Aerodynamik von Rennwagen geht es zwar auch um windschlüpfiges Design, aber mehr noch will man die Windströmungskraft nutzen, um den Anpressdruck des Fahrzeugs auf die Straße zu erhöhen. Interessanterweise lassen sich Fahrzeuge mit sinkendem cW-Wert immer schlechter fahren. Wer heute seinen Pkw mit Autotuning veredeln will, wird sich beides wünschen: Möglichst geringen Spritverbrauch durch guten cW-Wert und hohen Anpressdruck auf die Straße für sportlicheres und schnelleres Fahren. Bei solchen Maßnahmen müssen alle Fahreigenschaften berücksichtigt werden. Für gute Effektivität und Sicherheit beim Tuning gehören bauliche Veränderungen dieser Arten als Aerodynamikpaket in die Hände von Tuningexperten.