Betriebliche Altersvorsorge Test: weniger Steuern, mehr Rente

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ein Recht darauf, Teile des Bruttoeinkommens in Form einer Entgeltumwandlung für die Altersvorsorge anzulegen. Obwohl beide Seiten von der betrieblichen Altersvorsorge profitieren, ist die Zurückhaltung noch groß, sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern.

Rentenlücke schließen

Die betriebliche Altersvorsorge ist eine staatlich geförderte Form der Rentenvorsorge und dient ebenso wie die Riesterrente dem Zweck, die Finanzlücke zwischen letztem Nettoeinkommen und gesetzlicher Rente zu schließen. Die Höhe des maximal möglichen Sparbetrages ist abhängig vom Einkommen. Jährlich können bis zu 4584 Euro steuerfrei eingezahlt werden. 2784 Euro sind sogar von den Sozialabgaben befreit.

Hoher Wirkungsgrad durch Steuerersparnis und Arbeitgeberzuschuss

Besonders Arbeitnehmer mit hohen Steuerklassen profitieren von der hohen Steuerersparnis. Manche Arbeitgeber fördern die betriebliche Altersvorsorge, indem sie den Beitrag, den sie durch die niedrigeren Sozialabgaben einsparen, an ihre Arbeitnehmer weitergeben. Dadurch fällt die Höhe des Arbeitnehmeranteils nochmals geringer aus. Durch die staatliche Förderung, die bis maximal die Hälfte des Eigensparanteils des Arbeitnehmers betragen kann, und den Arbeitgeberzuschuss ergibt sich ein besonders guter Wirkungsgrad, selbst bei dem momentan niedrigen Garantiezins-Niveau. In bestimmten Branchen kommen außerdem noch tarifliche Leistungen hinzu. Die betriebliche Altersvorsorge ist dadurch unter Renditegesichtspunkten kaum durch andere Anlagearten zu übertreffen.

Kollektivverträge bieten bessere Konditionen

Die gängigste Form für die betriebliche Altersvorsorge ist die Direktversicherung. Vor Abschluss sollte in jedem Fall Rücksprache mit dem Arbeitgeber gehalten werden. Denn viele Unternehmen haben mittlerweile bereits bestehende Rahmenverträge mit Versicherungsgesellschaften, die den Arbeitnehmern im Vergleich zum Einzelvertrag höhere Ablaufleistung einräumen. Auch die Zeitschrift Öko-Test rät Sparern in ihrem Heft vom Juni 2013 dazu, bestehende Kollektivverträge zu nutzen. Für metallnahe Unternehmen wurde durch die Gewerkschaften IG Metall und Gesamtmetall mit der Metallrente ein branchenübergreifendes Versorgungswerk ins Leben gerufen. Die Ablaufleistungen, die die Metallrente anbietet, sind in der Regel attraktiver als Leistungen aus Einzelverträgen.

In der Anlagephase gefördert – nachgelagert besteuert

Es gibt auch ein paar Nachteile: So wird die betriebliche Altersvorsorge zwar in der Sparphase steuerlich gefördert, ist in der Auszahlungsphase dafür jedoch voll steuerpflichtig. Da die Einnahmen in der Rente allerdings in der Regel geringer sind, fallen die Steuern ebenfalls geringer aus. Erwähnt werden muss auch, dass für die Einnahmen aus der betrieblichen Altersvorsorge Abgaben zur Kranken- und Pflegeversicherung abzuführen sind. Und natürlich gibt es auch bei dieser Art der Vorsorge so genannte Abschlusskosten und Verwaltungsgebühren (fallen bei Kollektivverträgen deutlich geringer aus), die das Kapital und damit auch die Kapitalerträge verringern. Daher rechnen sich kurze Laufzeiten für diese Art der Altersvorsorge nur bedingt. Ebenso wie bei vielen anderen Kapitalanlagen auch, spielt der Faktor Zeit neben dem Zins eine entscheidende Rolle für die Rendite.