Private Altersvorsorge im Test – Beteiligung an Bewertungsreserven soll sinken

Wer schon einmal eine kapitalbildende Lebensversicherung abgeschlossen hat, weis, dass vom Versicherungsvertreter ausgerechnet wurde, mit welcher Summe nach der Laufzeit der Versicherung im günstigsten Fall zu rechnen ist. Auch im Versicherungsvertrag kann der Kunde diese Zahlen noch einmal nachlesen. Weil die Versicherungen die Zinserträge oder sonstige Gewinne während der Laufzeit der Lebensversicherung nicht genau vorhersagen können, garantieren die Gesellschaften die Beträge nicht und der Kunde hat auch keinen Anspruch auf einen bestimmten Betrag. Deshalb sind viele Kunden enttäuscht oder sogar entsetzt, wenn sie nach Ende der Laufzeit erfahren, wie wenig sie oft nur ausgezahlt bekommen, vor allem, wenn sie das Geld für ihre Altersvorsorge eingeplant haben. Im Altersvorsorge Test der Stiftung Warentest vom 13.03.2014 wird ausführlich auf die Lebensversicherungen eingegangen.

Ursachen für die Differenz

Der Marktwert der Kapitalanlage, der über dem Anschaffungswert liegt wird als Bewertungsreserve oder auch als stille Reserve bezeichnet. Die Versicherungen versuchen natürlich ihre Kapitalanlagen so gewinnbringend wie möglich in Aktien-, Immobilen- oder sonstige Fonds anzulegen. Seit 2008 muss diese Bewertungsreserve zu 50 Prozent an den Kunden ausgezahlt werden. Die Versicherungen müssen aber nur ihre gesamten Reserven in ihrem Jahresbericht offenlegen. Der genaue Verteilerschlüssel für den Einzelnen muss nicht angegeben werden. Die Gesellschaften gingen bei der Berechnung von den gewohnten Erträgen aus, leider wurden die Zinsen immer niedriger. Deshalb haben sie immer mehr Schwierigkeiten, die garantierten Auszahlungssummen der alten Verträge zu erwirtschaften. Das geht zulasten künftiger Abschlüsse und bei Auszahlungen, die demnächst zur Auszahlung kommen. Aus diesem Grund plant die Bundesregierung, die Versicherungsgesellschaften zu entlasten und die Beteiligung der Kunden an der Bewertungsreserve fast abzuschaffen. Stattdessen sollen die Kunden stärker an den Risikogewinnen der Versicherungen beteiligt werden. Das soll sowohl für Lebensversicherungen, private Rentenversicherungen sowie die Riester-Rente und die Rürup-Renten gelten.

Auswirkungen für die Kunden

Im Altersvorsorge Test in verschiedenen Zeitschriften erhalten Sie wertvolle Hinweise, wie Sie als Kunde mit dieser Situation umgehen sollten. Durch die schon länger anhaltenden niedrigen Zinsgewinne fallen die Auszahlungen der Lebensversicherungen schon seit einigen Jahren für die meisten Versicherungsnehmer niedriger aus als angenommen. Wer aufgrund einer möglichen niedrigen Rente die beim Abschluss angegebene Summe für seine Altersvorsorge eingeplant hat, muss sich oft umstellen. Noch ist diese Gesetzesänderung nicht verabschiedet. Deshalb sollten Versicherungsnehmer, die erst vor Kurzem eine Lebensversicherung abgeschlossen haben, diese nicht vorschnell kündigen. Sie können nicht wissen, ob Sie überhaupt einen Anteil an der Bewertungsreserve erhalten, außerdem müssen Sie bei einer vorzeitigen Kündigung mit Abzügen rechnen.

Anders sieht es aus, wenn die Laufzeit nur noch einige Monate dauert. Sie können sich bei der Versicherung nach dem momentanen Rückkaufswert und der Höhe der Auszahlung nach Ende der Laufzeit erkundigen und dann entscheiden, ob Sie vorzeitig kündigen. Wer unsicher ist, kann sich noch einmal ausführlich über alternative Produkte wie der Riester-Rente erkundigen. Auch die Testberichte von Stiftung Warentest oder ÖKO-Test sind hilfreich, um eine gute private Altersvorsorge zu finden.