Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Angst ist eine persönliche Sache

Jemand hat gesagt: Wenn wir nichts besitzen, dann haben wir auch nichts zu verlieren.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist sehr sinnvoll, wenn man etwas vermögend ist. Damit kann man dann seinen Wohlstand absichern. Die Frage ist immer: Wie hoch ist der mögliche Verlust? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat schließlich keinen Sinn, wenn die Gehälter am Rande von Hartz IV sind, da es dann egal ist, ob man im Falle der Berufsunfähigkeit Hartz IV oder die private Rente ausgezahlt bekommt. Am Ende ist die Frage also eine andere: Die Frage soll also nicht sein: „Wofür braucht man eine Berufsunfähigkeitsversicherung?“ Entscheidend ist vielmehr, wer eine braucht.

Derjenige, der Geld dafür hat: Wie gesagt, habe ich, wenn ich nicht viel habe nicht viel zu verlieren. Und wenn ich nicht viel zu verlieren habe, warum soll ich dann auch noch jeden Monat von meinem „nicht viel“ Geld ausgeben, um eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bezahlen?

Derjenige, der sonst keine Sorgen hat: Viele sprechen von der Wahrscheinlichkeit, die Berufsfähigkeit zu verlieren. Aber was ist denn mit der Wahrscheinlichkeit, einen Job zu verlieren? Was passiert, wenn man arbeitslos wird, die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr bezahlen kann und dann nach einem Jahr Arbeitslosigkeit berufsunfähig wird?

Der Experte in der Wahrscheinlichkeitsrechnung: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert? Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich, wenn es mir passiert, berufsunfähig werde? Die Statistiken sprechen von einer von vier Personen, die berufsunfähig wird. Bin ich (bald) diese eine Person?

Berufsunfähigkeitsversicherung als persönliche Entscheidung

Nein Leute, es ist nicht wahr. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat nicht die höchste Priorität. Wer keine hat, ist nicht gleich verrückt. Wer keine hat, ist nicht unverantwortlich. Er hat, basierend auf seinen eigenen Vorstellungen von seinem Leben, eine Entscheidung getroffen.

Grundsätzlich soll jeder mit seinem Geld machen, was er will.

Einige werden vielleicht nach 25 Jahren berufsunfähig sein, aber als Eigentümer eines abbezahlten Hauses, dessen Verkauf reicht, um bis zur Rente leben zu können.

Andere werden vielleicht nach 25 Jahren berufsunfähig sein, als Eigentümer eines Hauses, das noch nicht abbezahlt ist, durch dessen Wertsteigerung aber einem Verkauf des Hauses und der Auflösung des Kredites nichts im Wege steht.

In Deutschland gibt es 400 Millionen Versicherungsversträge für 80 Millionen Einwohner. Das bedeutet durchschnittlich für jeden Einwohner 5 Versicherungen. Wir können weiter denken: Kinder haben kein Auto, also brauchen sie keine Autoversicherung. Die Kleinkinder haben keine Haftpflichtversicherung.

Das bedeutet, dass auf die eine oder andere Weise fast jeder eine bestimmte Versicherung niemals gebrauchen wird. Wir sprechen hier nicht von einer KFZ-haftpflicht-Versicherung, die für das führen eines Fahrzeugs Pflicht ist, aber vielleicht müssen wir denken: Hat die Angst einen bestimmten Wert, und wenn doch, ist genau in diese Angst eine wertvolle Investition?

Danke!