Die Rechtsschutzversicherung – von ihren Anfängen bis heute

Den Rechtsschutzgedanken kannte man schon im Mittelalter. Es waren damals die so genannten Eideshilfen, die Nemede. Ein anderes wichtiges Element des Rechtsschutz war dabei auch die Blutrache. Ausgeführt haben diese, bzw. diesen unter anderem die so genannten Geschlechter. Deren Funktion war gleichzeitig – neben dem Rechtsschutz – auch der Friedensschutz, aber auch die Pflege der Kultur und der Geselligkeit, sowie der wirtschaftliche Schutz.

Als Nemede bezeichnet man eine verschärfte Form der Eideshilfe. Diese diente lediglich als Reinigungseid für den Beklagten, wurde aber begleitet von ernannten Zeugen. – Das war zu Zeiten, als Angehörige von einem gewaltsam zu Tode gekommenen Menschen noch aufgefordert waren Blutrache für den Tod des Angehörigen zu nehmen.
Die Aufgabe des Friedensschutz durch die so genannten Geschlechter ergab sich dabei aus dem gegenseitigen Rechtsschutz – er erstreckte sich auf eine Waffenbrüderschaft.
– So ging es nun einmal zu im Mittelalter. Erst im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Interessenverbände, die ihre Mitglieder auch Rechtsrat und Rechtshilfe gewährten, wie auch Rechtsbeistand vor Gericht.

Rechtsschutz heute und damals ist also nicht miteinander zu vergleichen. Denn bei der heutigen Form der Durchsetzung des Rechtsschutz verwendet man keine Waffen, man übt auch keine Selbstjustiz, sondern fechtet entweder mit Worten (vor Gericht), oder aber in schriftlicher Form (durch Mahnschreiben, Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid, oder Anklageschrift).

Größere Bedeutung gewann die Rechtsschutzversicherung erst nach dem 2. Weltkrieg. Mit dem zunehmenden technischen Fortschritt kamen immer weitere Versicherungszweige bei der Rechtsschutzversicherung dazu. Einige Reformen haben dazu beigetragen, dass man heute über einen fast alle Lebensbereiche umfassenden Rechtsschutz verfügen kann und darauf auch nicht verzichten sollte.