Weltwunder im Urlaub – Der Koloss von Rhodos
Die Insel Rhodos gehört zu den griechischen Inseln und liegt in der östlichen Ägäis. Mit über 3000 Sonnenstunden pro Jahr gehört Rhodos zu den beliebtesten Zielen für eine Reise ans Mittelmeer. In der Antike soll auf der Insel auch eines der Sieben Weltwunder gestanden haben, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben. Die Rede ist vom Koloss von Rhodos. Diese, der Sage nach fast 30 Meter hohe Bronzestatue, war eine Abbildung des Sonnengottes Helios.
Der Koloss von Rhodos wurde etwa im dritten Jahrhundert vor Christus errichtet, als Erinnerung an die erfolglose Belagerung der Insel durch Demetrios I. Poliorketes, seines Zeichens Nachfolger von Alexander dem Großen. Die Bewohner von Rhodos glaubten, Helios selbst habe ihnen den Plan geschmiedet, einen versteckten Graben vor ihrer Stadtmauer zu errichten, in den schließlich die makedonischen Belagerungsmaschinen hineinstürzten. Zum Dank errichteten die Insulaner den Koloss von Rhodos auf dem Heiligtum von Helios. Das genaue Aussehen des Weltwunders ist bis heute nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, dass der Gott als nackter, junger Mann mit langen Haaren dargestellt wurde, in seiner Hand eine gen Himmel gestreckte Fackel. Obwohl es keine genauen Informationen über das Aussehen des Kolosses gibt, wurde seine Fertigung relativ genau dokumentiert. Der Koloss bestand aus gegossener Bronze und wurde in Einzelstücken erst vor Ort zusammengesetzt.
Etwa 220 Jahre vor Christus wurde die Insel von einem schweren Erdbeben heimgesucht, dem ein großer Teil der Städte zum Opfer fiel. Dieses Beben brachte auch das Weltwunder zu Fall. Der Überlieferung nach knickten die Knie der Statue ein. Zwar gewährte die griechische Regierung den Insulanern finanzielle Unterstützung, doch diese wurde nicht für die Reparatur der Statue aufgewendet. Die Bewohner der Insel Rhodos ließen die Überreste ihres Kolosses einfach an Ort und Stelle liegen, da ihnen dies angeblich von einem Orakel so empfohlen wurde. Schriftlichen Quellen zufolge lagen die Trümmer noch fast 900 Jahre an ihrem Platz, bis die Insel schließlich von den Arabern erobert wurde. Diese verschifften das Metall dann in ihre Heimat, um es dort wiederzuverwerten.
